Jul
1
to Dec 1

Cinema Nights

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Für Ausbildungszwecke; Film und Diskussion: Cinema Nights

Ein reflektierender, filmbasierter Austausch für Psychotherapeut:innen

Cinema Nights als Projekt von International Psychotherapy Berlin lädt dazu ein, sich aus dem traditionellen klinischen Rahmen herauszuwagen. In einem Raum für kollektive Reflexion, in dem die Beobachtungs- und Wahrnehmungsgabe vertieft wird, können vertraute fachliche Themen auf aufschlussreiche Weise erkundet werden. Durch das gemeinsame Erleben von Film und anschließender Diskussion entsteht ein Dialog, der zugleich professionell und persönlich, strukturiert und offen, fundiert und explorativ ist.

Das Projekt bringt approbierte Psychotherapeut:innen und Auszubildende zusammen und schafft so einen Begegnungsraum zwischen Expertise und frischem Wissensdrang. Verschiedene Phasen der beruflichen Entwicklung treten in einen Dialog, der das Verständnis psychodynamischer Prozesse intensiviert. Dieses Wechselspiel kann sowohl intuitive Eindrücke als auch klinisch fundierte Perspektiven artikulieren, hinterfragen und weiterentwickeln.

Die internationale Praxis wählt bewusst Filme aus kultureller Vielfalt aus, um den Blick über westliche Deutungsmuster hinaus zu erweitern. So entsteht Raum, um zu erkunden, wie Themen (z.B. Identität, Bindung, emotionaler Ausdruck) je nach kulturellem Kontext unterschiedlich oder ähnlich verstanden werden können. Diese Art der Betrachtung und Erkundung von facettenreichen Zugehörigkeitserfahrungen kann das Bewusstsein für kulturelle Diversität und Relativität fördern.

Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher und globaler Spannungen und Mobilität ist interkulturelle Sensibilität eine Schlüssel-Kompetenz, die in einer zunehmend herkunftsheterogenen therapeutischen Praxis unverzichtbar ist und außerdem für den Zusammenhalt unserer Gemeinschaft eine ausgleichende Entlastung bieten kann.

Die Treffen finden in der Praxis International Psychotherapy Berlin in Schöneberg statt und dauern 3 ½ Stunden jeweils im Drei-Wochen-Rhythmus (wechselnde Wochentage).

Warum Film?

Die gezeigten Filme dienen als Medium, komplexe innere und zwischenmenschliche Dynamiken zu beobachten und zu erkunden. Figuren, Erzählungen und filmische Momente bieten Einstiegspunkte in Themen wie Identität, Bindung, Konflikt, Emotionalität und Sinnstiftung. Der indirekte Charakter des Materials ermöglicht es den Teilnehmenden, sich im Austausch mit psychologisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen, ohne der unmittelbaren Verantwortung einer klinischen Situation ausgesetzt zu sein. So entsteht ein Raum, in dem Wahrnehmung geschärft und Reflexion sich frei entfalten kann.

Cinema Nights steht im Einklang mit den Prinzipien der reflektierenden Praxis und des erfahrungsorientierten, gruppenbasierten Lernens und fördert klinische Sensibilität, die Mentalisierungsfähigkeit sowie den Umgang mit Mehrdeutigkeit bei komplexen psychologischen Themen. Der gemeinsame Interpretationsprozess lädt die Teilnehmenden ein, sowohl den subjektiven Charakter der Wahrnehmung als auch den Wert vielfältiger Sichtweisen anzuerkennen und vertieft das Bewusstsein dafür, wie Bedeutung im therapeutischen wie im alltäglichen Kontext konstruiert wird.

Gemäß unserer bisherigen Erfahrungen mit Cinema Nights bleiben die gemeinsamen Interpretationen offen und prozessorientiert; sie sind eher dem Dialog zugewandt, als dass sie Schlussfolgerungen hervorbringen. Dies ermöglicht uns, Neugier und Lebendigkeit aufrechthalten, Verständnis zu vertiefen und uns auf die Vielschichtigkeit menschlicher Erfahrung einzulassen.

Cinema Nights bietet auf diese Weise Raum, psychotherapeutisches Denken auch außerhalb von klinischem Handeln kontinuierlich zu erweitern. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit für Exploration, Resonanz und fachlichen sowie persönlichen Erkenntnisgewinn.

Esra Karampas, Maia Santos und Stella Markou April 2026 International Psychotherapy Berlin

 Die Teilnehmeranzahl ist auf 15 Personen begrenzt

Jeder Termin wird mit 4 Fortbildungspunkten durch die Psychotherapeutenkammer Berlin zertifiziert.

Anmeldung unter: internationalfilm@posteo.de

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Aug
28
6:30 PM18:30

Cinema Nights: The Death of Mister Lazarescu (2005)

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The Death of Mr. Lazarescu unter der Regie von Cristi Puiu, begleitet einen älteren Mann, der sich mit starken Schmerzen an den medizinischen Notdienst wendet und im Verlauf einer einzigen Nacht von einem Krankenhaus zum nächsten gebracht wird. Während sein körperlicher Zustand zunehmend kritischer wird, begegnet er einem überlasteten Gesundheitssystem, bürokratischen Hürden und Menschen, die zwischen Mitgefühl, Erschöpfung und professioneller Distanz schwanken. In ruhigen, beinahe dokumentarisch anmutenden Bildern entfaltet der Film eine eindringliche Beobachtung von Krankheit, Einsamkeit und den Grenzen institutioneller Fürsorge.

Aus psychologischer und psychotherapeutischer Sicht eröffnet der Film eine Reflexion über Vulnerabilität, Entmenschlichung und die existenzielle Erfahrung des Ausgeliefertseins. Er zeigt, wie Krankheit nicht nur den Körper betrifft, sondern auch Identität, Würde und das Erleben zwischenmenschlicher Beziehungen verändert. Gleichzeitig macht der Film sichtbar, wie institutionelle Strukturen und chronische Überforderung Empathie erschweren können, ohne die handelnden Personen auf einfache Weise zu verurteilen. Die Begegnungen zwischen Patient und medizinischem Personal werfen Fragen nach Verantwortung, Mitgefühl und der psychischen Belastung aller Beteiligten auf und laden dazu ein, über die Bedeutung von Anerkennung und menschlicher Präsenz in Momenten größter Verletzlichkeit nachzudenken.

Was bedeutet es, als Mensch gesehen zu werden, wenn man zunehmend auf einen Patientenfall reduziert wird? Und wie bewahren wir Mitgefühl in Systemen, die Menschen oft zwingen, unter permanenter Überforderung zu handeln?

Jeder Termin wird mit 4 Fortbildungspunkten durch die Psychotherapeutenkammer Berlin zertifiziert.

Anmeldung unter: internationalfilm@posteo.de

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Jul
31
6:30 PM18:30

Cinema Nights: Rafiki von Wanuri Kahiu (2019)

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Film und Diskussion zu Ausbildungszwecken

 
 
 
 
 

Rafiki unter der Regie von Wanuri Kahiu, erzählt die Geschichte zweier junger Frauen in Nairobi, deren enge Freundschaft sich zu einer romantischen Beziehung entwickelt. In einer Gesellschaft, in der ihre Liebe gesellschaftlich geächtet und strafrechtlich verfolgt wird, zwischen den Erwartungen ihrer Familien, politischen Spannungen und dem Druck ihres sozialen Umfelds versuchen beide, ihren eigenen Weg zu finden und eine Identität zu entwickeln, die ihren Gefühlen entspricht.

Der Film verbindet eine lebendige, farbenfrohe Bildsprache mit einer zugleich sensiblen und eindringlichen Erzählung über Zugehörigkeit, Freiheit und den Mut, authentisch zu leben. Aus psychologischer Sicht eröffnet Rafiki eine Auseinandersetzung mit Identitätsentwicklung, Bindung und den psychischen Auswirkungen gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Der Film zeigt eindrucksvoll, wie soziale Normen, Angst vor Ablehnung und internalisierte Stigmatisierung das Erleben von Nähe und Selbstakzeptanz beeinflussen können. Gleichzeitig verdeutlicht er die Bedeutung sicherer Beziehungen für die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls und macht sichtbar, welche Resilienz entstehen kann, wenn Menschen trotz widriger Umstände ihre Authentizität bewahren. Die Geschichte lädt dazu ein, über den Zusammenhang von persönlicher Freiheit, sozialer Anerkennung und psychischem Wohlbefinden nachzudenken.

Wie verändert sich unser Selbstbild, wenn wir einen wesentlichen Teil unserer Identität verbergen müssen? Und welche psychischen Folgen hat es, wenn Zugehörigkeit an die Bedingung geknüpft ist, nicht man selbst sein zu dürfen?

Wir freuen uns auf Sie! Da die Anzahl der möglichen Teilnahmen begrenzt sind, bitten wir Sie um eine verbindliche Anfrage; Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung für Ihre Teilnahme.

Anmeldung unter: internationalfilm@posteo.de

 
 
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Jun
26
6:30 PM18:30

Cinema Nights: The Second Mother von Anna Muylaert (2015)

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Film und Diskussion für Ausbildungszwecke

 
 
 
 

The Second Mother unter der Regie von Anna Muylaert, erzählt die Geschichte einer langjährigen Hausangestellten, deren Alltag und Selbstverständnis ins Wanken geraten, als ihre Tochter plötzlich in das Haus der wohlhabenden Familie einzieht, für die sie arbeitet. Während die Mutter über Jahre hinweg ihren Platz innerhalb der sozialen Hierarchie akzeptiert und sich emotional eng an die Familie gebunden hat, bringt die Präsenz der Tochter neue Spannungen und unausgesprochene Konflikte an die Oberfläche.

Der Film entfaltet sich ruhig und beobachtend und beleuchtet dabei feine Dynamiken von Nähe, Abhängigkeit und sozialer Ungleichheit.

Aus psychologischer Sicht beschäftigt sich der Film mit Themen wie Identität, Klassenzugehörigkeit, internalisierten Rollenbildern und den emotionalen Kosten von Anpassung. Besonders eindrücklich zeigt er, wie Menschen sich innerhalb sozialer Systeme positionieren und wie tief sich Machtverhältnisse in zwischenmenschliche Beziehungen einschreiben können. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter eröffnet zudem einen Raum zur Reflexion über Schuld, Aufopferung und den Wunsch nach sozialem Aufstieg, aber auch darüber, wie unterschiedliche Generationen mit Ungerechtigkeit umgehen.

Während die Mutter Harmonie und Zugehörigkeit sucht, stellt die Tochter die bestehenden Grenzen offen infrage und konfrontiert damit nicht nur die Familie, sondern auch die Mutter selbst mit verdrängten Wahrheiten.

Wie viel von unserem Selbstbild entsteht aus den Rollen, die wir über Jahre hinweg übernehmen? Und was geschieht, wenn jemand beginnt, die Grenzen infrage zu stellen, die wir längst als selbstverständlich akzeptiert haben?

 
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May
23
6:30 PM18:30

Cinema Nights: Hable con Ella von Pedro Almodóvar (2002)

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Hable con Ella, unter der Regie von Pedro Almodóvar, verwebt die Lebensgeschichten zweier Männer, die ihre Frauen im Koma begleiten und dabei eine ungewöhnliche, zutiefst intime Verbindung zueinander aufbauen. Die ruhige, beinahe surreale Erzählweise des Films eröffnet Raum für eine ungewöhnliche Form von Nähe, die sich gewohnten Formen von Gegenseitigkeit entzieht. Sie verdichtet sich in der intensiven emotionalen Bindung, die einer der Männer, gespielt von Javier Cámara, zu der Frau entwickelt, die er pflegt. Die Geschichte entfaltet sich in einem feinen Gleichgewicht zwischen Zärtlichkeit und Unbehagen und hinterfragt nach und nach, was Liebe, Fürsorge und Präsenz eigentlich ausmacht.

Der Film eröffnet dabei einen vielschichtigen Raum zu Einsamkeit und dem menschlichen Bedürfnis nach Verbindung, selbst in ihren asymmetrischsten Formen. Er wirft ethisch beunruhigende Fragen zu Grenzen, Einwilligung und der Art und Weise auf, wie innere Phantasien die äußere Realität überlagern können. Zugleich lädt er zur Reflexion über Kommunikation ein, nicht nur als gesprochene Sprache, sondern als emotionale Resonanz und darüber, wie die Psyche in Abwesenheit einer Reaktion die Leere mit eigenen Erzählungen und Sehnsüchten füllt. Diese Spannungen löst der Film nicht auf, sondern lässt sie bewusst offen und fordert so eine differenziertere Auseinandersetzung.

Wann wird Fürsorge zu einer Form der Einmischung, und wie unterscheiden wir echte Verbundenheit von Projektionen, uns unbekannten Sehnsüchten und unbewussten Übertragungen?

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