May
23
6:30 PM18:30

Cinema Nights: Hable con Ella. Pedro Almodóvar

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Hable con Ella, unter der Regie von Pedro Almodóvar, verwebt die Lebensgeschichten zweier Männer, die ihre Frauen im Koma begleiten und dabei eine ungewöhnliche, zutiefst intime Verbindung zueinander aufbauen. Die ruhige, beinahe surreale Erzählweise des Films eröffnet Raum für eine ungewöhnliche Form von Nähe, die sich gewohnten Formen von Gegenseitigkeit entzieht. Sie verdichtet sich in der intensiven emotionalen Bindung, die einer der Männer, gespielt von Javier Cámara, zu der Frau entwickelt, die er pflegt. Die Geschichte entfaltet sich in einem feinen Gleichgewicht zwischen Zärtlichkeit und Unbehagen und hinterfragt nach und nach, was Liebe, Fürsorge und Präsenz eigentlich ausmacht.

Der Film eröffnet dabei einen vielschichtigen Raum zu Einsamkeit und dem menschlichen Bedürfnis nach Verbindung, selbst in ihren asymmetrischsten Formen. Er wirft ethisch beunruhigende Fragen zu Grenzen, Einwilligung und der Art und Weise auf, wie innere Phantasien die äußere Realität überlagern können. Zugleich lädt er zur Reflexion über Kommunikation ein, nicht nur als gesprochene Sprache, sondern als emotionale Resonanz und darüber, wie die Psyche in Abwesenheit einer Reaktion die Leere mit eigenen Erzählungen und Sehnsüchten füllt. Diese Spannungen löst der Film nicht auf, sondern lässt sie bewusst offen und fordert so eine differenziertere Auseinandersetzung.

Wann wird Fürsorge zu einer Form der Einmischung, und wie unterscheiden wir echte Verbundenheit von Projektionen, uns unbekannten Sehnsüchten und unbewussten Übertragungen?

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May
23
6:30 PM18:30

Cinema Nights

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Cinema Nights

Ein reflektierender, filmbasierter Austausch für Psychotherapeut:innen

Cinema Nights als Projekt von International Psychotherapy Berlin lädt dazu ein, sich aus dem traditionellen klinischen Rahmen herauszuwagen. In einem Raum für kollektive Reflexion, in dem die Beobachtungs- und Wahrnehmungsgabe vertieft wird, können vertraute fachliche Themen auf aufschlussreiche Weise erkundet werden. Durch das gemeinsame Erleben von Film und anschließender Diskussion entsteht ein Dialog, der zugleich professionell und persönlich, strukturiert und offen, fundiert und explorativ ist.

Das Projekt bringt approbierte Psychotherapeut:innen und Auszubildende zusammen und schafft so einen Begegnungsraum zwischen Expertise und frischem Wissensdrang. Verschiedene Phasen der beruflichen Entwicklung treten in einen Dialog, der das Verständnis psychodynamischer Prozesse intensiviert. Dieses Wechselspiel kann sowohl intuitive Eindrücke als auch klinisch fundierte Perspektiven artikulieren, hinterfragen und weiterentwickeln.

Die internationale Praxis wählt bewusst Filme aus kultureller Vielfalt aus, um den Blick über westliche Deutungsmuster hinaus zu erweitern. So entsteht Raum, um zu erkunden, wie Themen (z.B. Identität, Bindung, emotionaler Ausdruck) je nach kulturellem Kontext unterschiedlich oder ähnlich verstanden werden können. Diese Art der Betrachtung und Erkundung von facettenreichen Zugehörigkeitserfahrungen kann das Bewusstsein für kulturelle Diversität und Relativität fördern.

Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher und globaler Spannungen und Mobilität ist interkulturelle Sensibilität eine Schlüssel-Kompetenz, die in einer zunehmend herkunftsheterogenen therapeutischen Praxis unverzichtbar ist und außerdem für den Zusammenhalt unserer Gemeinschaft eine ausgleichende Entlastung bieten kann.

Die Treffen finden in der Praxis International Psychotherapy Berlin in Schöneberg statt und dauern 3 ½ Stunden jeweils im Drei-Wochen-Rhythmus (wechselnde Wochentage).

Warum Film?

Die gezeigten Filme dienen als Medium, komplexe innere und zwischenmenschliche Dynamiken zu beobachten und zu erkunden. Figuren, Erzählungen und filmische Momente bieten Einstiegspunkte in Themen wie Identität, Bindung, Konflikt, Emotionalität und Sinnstiftung. Der indirekte Charakter des Materials ermöglicht es den Teilnehmenden, sich im Austausch mit psychologisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen, ohne der unmittelbaren Verantwortung einer klinischen Situation ausgesetzt zu sein. So entsteht ein Raum, in dem Wahrnehmung geschärft und Reflexion sich frei entfalten kann.

Cinema Nights steht im Einklang mit den Prinzipien der reflektierenden Praxis und des erfahrungsorientierten, gruppenbasierten Lernens und fördert klinische Sensibilität, die Mentalisierungsfähigkeit sowie den Umgang mit Mehrdeutigkeit bei komplexen psychologischen Themen. Der gemeinsame Interpretationsprozess lädt die Teilnehmenden ein, sowohl den subjektiven Charakter der Wahrnehmung als auch den Wert vielfältiger Sichtweisen anzuerkennen und vertieft das Bewusstsein dafür, wie Bedeutung im therapeutischen wie im alltäglichen Kontext konstruiert wird.

Gemäß unserer bisherigen Erfahrungen mit Cinema Nights bleiben die gemeinsamen Interpretationen offen und prozessorientiert; sie sind eher dem Dialog zugewandt, als dass sie Schlussfolgerungen hervorbringen. Dies ermöglicht uns, Neugier und Lebendigkeit aufrechthalten, Verständnis zu vertiefen und uns auf die Vielschichtigkeit menschlicher Erfahrung einzulassen.

Cinema Nights bietet auf diese Weise Raum, psychotherapeutisches Denken auch außerhalb von klinischem Handeln kontinuierlich zu erweitern. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit für Exploration, Resonanz und fachlichen sowie persönlichen Erkenntnisgewinn.

Esra Karampas und Stella Markou

International Psychotherapy Berlin

 

April 2026

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