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Cinema Nights

  • International Psychotherapy Berlin 2 Hohenstaufenstraße Berlin, BE, 10781 Germany (map)

Cinema Nights

Ein reflektierender, filmbasierter Austausch für Psychotherapeut:innen

Cinema Nights als Projekt von International Psychotherapy Berlin lädt dazu ein, sich aus dem traditionellen klinischen Rahmen herauszuwagen. In einem Raum für kollektive Reflexion, in dem die Beobachtungs- und Wahrnehmungsgabe vertieft wird, können vertraute fachliche Themen auf aufschlussreiche Weise erkundet werden. Durch das gemeinsame Erleben von Film und anschließender Diskussion entsteht ein Dialog, der zugleich professionell und persönlich, strukturiert und offen, fundiert und explorativ ist.

Das Projekt bringt approbierte Psychotherapeut:innen und Auszubildende zusammen und schafft so einen Begegnungsraum zwischen Expertise und frischem Wissensdrang. Verschiedene Phasen der beruflichen Entwicklung treten in einen Dialog, der das Verständnis psychodynamischer Prozesse intensiviert. Dieses Wechselspiel kann sowohl intuitive Eindrücke als auch klinisch fundierte Perspektiven artikulieren, hinterfragen und weiterentwickeln.

Die internationale Praxis wählt bewusst Filme aus kultureller Vielfalt aus, um den Blick über westliche Deutungsmuster hinaus zu erweitern. So entsteht Raum, um zu erkunden, wie Themen (z.B. Identität, Bindung, emotionaler Ausdruck) je nach kulturellem Kontext unterschiedlich oder ähnlich verstanden werden können. Diese Art der Betrachtung und Erkundung von facettenreichen Zugehörigkeitserfahrungen kann das Bewusstsein für kulturelle Diversität und Relativität fördern.

Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher und globaler Spannungen und Mobilität ist interkulturelle Sensibilität eine Schlüssel-Kompetenz, die in einer zunehmend herkunftsheterogenen therapeutischen Praxis unverzichtbar ist und außerdem für den Zusammenhalt unserer Gemeinschaft eine ausgleichende Entlastung bieten kann.

Die Treffen finden in der Praxis International Psychotherapy Berlin in Schöneberg statt und dauern 3 ½ Stunden jeweils im Drei-Wochen-Rhythmus (wechselnde Wochentage).

Warum Film?

Die gezeigten Filme dienen als Medium, komplexe innere und zwischenmenschliche Dynamiken zu beobachten und zu erkunden. Figuren, Erzählungen und filmische Momente bieten Einstiegspunkte in Themen wie Identität, Bindung, Konflikt, Emotionalität und Sinnstiftung. Der indirekte Charakter des Materials ermöglicht es den Teilnehmenden, sich im Austausch mit psychologisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen, ohne der unmittelbaren Verantwortung einer klinischen Situation ausgesetzt zu sein. So entsteht ein Raum, in dem Wahrnehmung geschärft und Reflexion sich frei entfalten kann.

Cinema Nights steht im Einklang mit den Prinzipien der reflektierenden Praxis und des erfahrungsorientierten, gruppenbasierten Lernens und fördert klinische Sensibilität, die Mentalisierungsfähigkeit sowie den Umgang mit Mehrdeutigkeit bei komplexen psychologischen Themen. Der gemeinsame Interpretationsprozess lädt die Teilnehmenden ein, sowohl den subjektiven Charakter der Wahrnehmung als auch den Wert vielfältiger Sichtweisen anzuerkennen und vertieft das Bewusstsein dafür, wie Bedeutung im therapeutischen wie im alltäglichen Kontext konstruiert wird.

Gemäß unserer bisherigen Erfahrungen mit Cinema Nights bleiben die gemeinsamen Interpretationen offen und prozessorientiert; sie sind eher dem Dialog zugewandt, als dass sie Schlussfolgerungen hervorbringen. Dies ermöglicht uns, Neugier und Lebendigkeit aufrechthalten, Verständnis zu vertiefen und uns auf die Vielschichtigkeit menschlicher Erfahrung einzulassen.

Cinema Nights bietet auf diese Weise Raum, psychotherapeutisches Denken auch außerhalb von klinischem Handeln kontinuierlich zu erweitern. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit für Exploration, Resonanz und fachlichen sowie persönlichen Erkenntnisgewinn.

Esra Karampas und Stella Markou

International Psychotherapy Berlin

 

April 2026